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DAB+: Nachrüstlösungen nur sehr bedingt empfehlenswert

Wer in seinem Fahrzeug nur ein konventionelles Radio hat, mag über die Möglichkeit der Nachrüstung von Digitalradio nachdenken. "Auto Motor und Sport" hat einige Optionen getestet.

Testsieger Albrecht DR 57.

 ©Albrecht

Wer über sein UKW-Radio im Auto auch Digitalradio empfangen will, kann auf Nachrüstsysteme zurückgreifen, die das DAB+-Signal in ein UKW-Signal umwandeln und ans Radio weiterleiten. Doch Vorsicht: Die meisten Nachrüstsysteme halten bei weitem nicht, was sie versprechen.

Teilweise bieten sie bei schwachem Sendersignal schlechten oder überhaupt keinen Empfang oder übertragen die Signale nur in schlechter Klangqualität. Das ist das Ergebnis eines Tests von acht gängigen DAB+-Nachrüstsystemen durch die Zeitschrift auto motor und sport. Die besten drei Geräte von Albrecht, Blaupunkt und Auvisio arbeiten immerhin nahezu störungsfrei in Ballungsräumen mit guter Netzabdeckung. Auf dem Land mit schwächeren Signalen bleiben die Geräte jedoch oft stumm und eignen sich deshalb nur für Gelegenheitshörer in Regionen mit guter Netzabdeckung.

Voraussetzung ist allerdings, dass man das DAB+-Signal per Kabel über eine Kopfhörerbuchse ans Autoradio übertragen kann. Wird das Signal vom Sender per UKW-Signal ans Radio übertragen, leidet die Qualität erheblich. Der Klanggewinn durch DAB+ geht komplett verloren. Fünf der acht Geräte waren nur bedingt oder gar nicht empfehlenswert. Hinzu kommt: Manche Geräte sind mit 100 bis 150 Euro so teuer, dass man das UKW-Radio besser durch ein DAB-Gerät austauschen kann. Entscheidend für gute Empfangsqualität ist aber nicht nur das Gerät, sondern auch die Position der Antenne. Die meisten Nachrüstgeräte verfügen über Klebeantennen für die Frontscheibe. Diese Position liefert aber keinen optimalen Empfang. Viel besser sind Antennen, die auf dem Autodach montiert werden.

Testsieger Albrecht DR 57 überzeugt durch Bedienfreundlichkeit, einem großen Farbdisplay, Stationstasten und einer Magnethalterung an der Saugnapfbefestigung. Wie viele Mitbewerber besitzt das Gerät zudem eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung samt Audiostreaming. Über das DAB- Kästchen lässt sich also auch Musik vom Handy ins Auto schicken. Das zweitplatzierte Blaupunkt DAB’n’Play 370 empfing ähnlich gut und ließ sich dank eingebautem Lautsprecher sogar autark betreiben. Das drittplatzierte Auvisio ZX1718 lockt mit besonders schnellem Einbau.

Die anderen fünf Geräte im Test von Pioneer, TechniSat, Denver, Pure und Albrecht (DR58) lieferten keine akzeptable Qualität. Das galt auch für das mit 160 Euro teuerste Gerät im Test, das DR58 von Albrecht. Letzteres ist nicht empfehlenswert und schlechtestes Gerät im Test. Auffallend: Bei vielen Geräten lassen nicht nur Klang und Empfangsqualität zu wünschen übrig, auch die Verarbeitung ist mäßig. Zwei Geräte fielen bereits während des Tests aus: Beim Tiny Audio C3+ riss die Klebeantenne, obwohl nur das Eigengewicht des Kabels an der Folie zog. Das Blufree DAB-106 verabschiedete sich, als während eines Sendersuchlaufs die Stromzufuhr unterbrochen wurde. Anschließend ließ sich das Gerät nicht mehr starten.

Fazit: Da ältere Autos oft genug Platz im Armaturenbrett haben, sollte man das UKW-Radio direkt durch einen kombiniertem DAB-/UKW-Tuner austauschen. Solche Autoradios mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen werden von Kenwood, Pioneer, Sony und anderen Herstellern ab rund 100 Euro angeboten.

von Gerhard Mauerer