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Alle fahren auf Bullis ab

An jedem dritten Donnerstag im Monat ist der Parkplatz vor den Melchior-Jäger-Stuben in Steinheim Schauplatz einer außergewöhnlichen Parade. Dann reiht sich ein VW Bus neben den anderen – allesamt vorgefahren von Bosch-Mitarbeitern aus dem Raum Stuttgart, die sich zur Gruppe der "Bulli-Freunde"zusammengefunden haben.

 ©Markus Nüdling

An diesem Abend sind es 13 Fahrzeuge. Der Hingucker ist ein orangefarben lackierter Bulli aus den 70er Jahren. "Mein Prachtstück", sagt Produktmanager Rüdiger Weiss. Initiiert wurde die Gruppe von Benjamin Vogt. "Wir wollen Erfahrungen und Know-how austauschen", sagt er.

Auf die Idee kam Vogt im Sommer 2008. Damals fielen ihm die vielen VW Busse auf dem Parkplatz in Abstatt auf. "Ich bin Bulli-verrückt und wollte Gleichgesinnte kennenlernen", sagt Vogt. Daher steckte er Visitenkarten an die Busse. Prompt meldeten sich fünf Interessenten. Weitere kamen hinzu, aktuell sind es 37.

Seit dem Produktionsstart 1950 fasziniert der VW Bus mit dem Spitznamen "Bulli". Heute wird er in der fünften Generation gebaut und ist bisher weltweit mehr als zehn Millionen Mal verkauft worden. „Ich kenne kein anderes Fahrzeug, das so flexibel ist“, sagt Bertram Foitzik, Entwicklungsingenieur für Fahrzeugbewegungsaktorik und Mitinitiator der Bulli-Freunde.

Der als Kleinlastwagen konzipierte Bus sei als Camper und Transportfahrzeug genauso ideal wie als Familienauto. "Meine Familie liebt unseren Bus, meine Frau hat ihn 'Brutus' getauft", sagt Foitzik. Und mit "Brutus" ging es schon bis nach Estland.

Der älteste Bulli gehört Jochen Springer: ein T1, Bj. 1959, 34 PS, Laufleistung: 200.000 km. Der neueste Bulli gehört Mario Schmidt: ein T5, Bj. 2003, 105 PS, Laufleistung: 120.000 km.

Mario Schmidt, Teamleiter bei Bosch Engineering, nutzt seinen VW Bus für Surf-Ausflüge an den Gardasee. Und Normungsingenieur Bodo Gläß machte seinen Dauerläufer zum Weltenbummler. Er bereiste schon die Wüsten Syriens sowie Algeriens und die Wildnis Islands. "Kein Problem für einen Bulli, der schafft im Laufe seines Lebens locker 400. 000 Kilometer und mehr", so Gläß.

In jedem Bulli-Freund steckt auch ein Bastler. Denn wer sich für ein altes Fahrzeug entscheidet, hat meist auch Spaß am Werkeln. Und natürlich verbauen die Bulli-Freunde auch so manches Bosch-Teil. An diesem Abend bekommt Sebastian Bauer einen neuen Luftmengenmesser.

Dieser Artikel erschien zuerst im Mitarbeitermagazin "Bosch-Zünder" und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlicht.

"Bosch-Zünder"