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Autolack im Hitzeschock

Die aktuelle Hitzeperiode beschäftigt sogar die Experten in Sachen Autolack. Die warnen jetzt: Sonnencreme kann den Autolack schädigen. Deshalb sollte jemand, der sich frisch eingecremt hat, die Finger von seinem Auto lassen. Auch wer mit der Hand die frisch gegelte Frisur nachgeformt hat, kann den gleichen Fehler machen.

Wenn der Planet brennt, Finger weg vom Autolack

 ©DEKRA

Wer sich an heißen Tagen neben seinem Auto mit Sonnenschutzmittel eincremt, sollte darauf achten, dass keine Sonnencreme auf den Autolack gelangt. Der Grund: Hohe Temperaturen machen den Lack anfällig gegenüber biologischen und chemischen Stoffen.

„Kommt Sonnenschutzmittel auf ein in der prallen Sonne geparktes Auto, können sich auf dem Lack matte, helle Flecken bilden. Unter Umständen kann der Lack sogar aufquellen und Falten werfen“, warnt Anton Schmidt, Lackexperte bei DEKRA. In solchen Fällen lässt sich der Schaden nicht mehr durch Polieren beseitigen, dann muss abgeschliffen und poliert werden. Deshalb: Verunreinigungen sofort mit dem Taschentuch abwischen.

Aber nicht nur Sonnencreme setzt dem Lack bei höheren Temperaturen zu. Das Gleiche gilt für Haar-Gel, Vogelkleckse, Biodiesel oder auch für die bei Kindern beliebten Wachsmalstifte. Autolacke reagieren empfindlich auf die enthaltenen aggressiven Säuren und Laugen, wenn sich der Lack auf 50 bis 60 Grad Celsius oder mehr erhitzt - eine Temperatur, die an heißen Tagen in der prallen Sonne leicht erreicht wird.

Besondere Vorsicht sollten die Besitzer von Fahrzeugen mit dunkler oder Metallic-Lackierung walten lassen. Da diese Lacke weniger Sonnenstrahlung reflektieren als helle, können die Temperaturen auf bis zu 80 Grad ansteigen. Mit zunehmender Hitze erhöht sich aber die Anfälligkeit von Autolacken für Schädigungen und chemische Reaktionen im Lack um ein Mehrfaches.

Der Sachverständige empfiehlt, Verunreinigungen auf dem Autolack vor allem an heißen Tagen rasch zu beseitigen. Das gilt neben Sonnencremes auch für Vogelkleckse oder beim Tanken übergetretenen Kraftstoff, vor allem, wenn er einen höheren Anteil Biodiesel enthält. „Verunreinigungen sollte man möglichst rasch entfernen, denn alles, was auf dem Lack nicht drauf ist, kann ihn auch nicht schädigen.“ Im Übrigen sei es schwierig, den Lack vor den genannten Angriffen zu schützen. Eine Möglichkeit sei eine professionelle Lackversiegelung zweimal im Jahr. Sie wirke zwar nur eine begrenzte Zeit, doch lasse sich der Schaden damit geringer halten.

von Ernst Bauer