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Bulli-Krimi "Todesfahrt"

In Michael Kiblers Buch "Todesfahrt" spielt ein T1 eine wesentliche Rolle. VW-Bulli.de hat den Kriminalroman des Autors aus Darmstadt gelesen.

 ©Piper

„Todesfahrt“ ist ein interessanter, lesenswerter Kriminalroman, der sowohl in der Gegenwart als auch ca. 40 Jahre zurückliegend in der Vergangenheit spielt. Die Geschichte ist gut durchdacht und bleibt bis zum Schluss spannend zu lesen. Aus Sicht eines Bullifans jedoch täuscht das Cover des Buches etwas. Der erwähnte T1 spielt schon eine Rolle in der Handlung, jedoch keinesfalls so ausgeprägt, als dass dieses Buch zu einem Bullifan-Muss wird.

Eine der Hauptpersonen hat dieses Fahrzeug zeitgemäß Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre benutzt. Es endet mit einem Unfall an einem Baum, der Bulli brennt aus, der Fahrer stirbt. Streng genommen ist der Bus in der Geschichte austauschbar, ohne die Handlung zu beeinflussen. Er passt jedoch optimal zu den Lebensumständen seines damaligen Besitzers und unterstreicht an dieser Stelle das allseits bekannte Lebensgefühl von Freiheit, gerade in den USA in den 60er Jahren.

Man merkt Michael Kibler die allgemeine Liebe zum Auto an, denn jedes noch so nebensächlich auftretende Fahrzeug wird mittels Angabe von Marke, Modell und Baujahr sowie der individuellen Merkmale erwähnt und beschrieben, dennoch liegen die Schwerpunkte verständlicherweise auf einer guten Kriminalgeschichte, deren Details, Beziehungen sowie Personen und nicht auf der Erzählung automobiler Leidenschaften. Es ist schön, dass der Bulli in Zeiten absoluter Popularität mittlerweile auch schon Einzug in Romane hält, aber zu empfehlenswerter Bulli-Literatur reicht es deswegen nicht aus. Zu einem empfehlenswerten Abendkrimi, der sich durchaus mit so mancher allwöchentlich über die Mattscheibe flimmernden Tatortgeschichte messen lassen kann, reicht es hingegen schon.

Eine kleine Anmerkung in Sachen Bulli können wir uns jedoch mit einem Lächeln nicht verkneifen, lieber Herr Kibler – die Zeilen, dass eine der Hauptpersonen 1962 einen bereits „uralten Pritschenwagen“ erworben hat, der doch erst 10 Jahre zuvor 1952 auf den Markt gebracht wurde, stimmen die Bulliliebhaber sicherlich nachdenklich. Wie wird dann ein heute bereits 20 Jahre alter T4 oder ein bereits 30 Jahre fahrender T3 bezeichnet, wenn schon 1962 eine T1-Pritsche uralt war?

"Todesfahrt" – ein lesenswerter Kriminalfall für Schlechtwetterabende, in der ein T1 eine Rolle spielt.

Kibler, Michael: „Todesfahrt“. 336 Seiten, 188 x 120mm, gebunden, Piper Taschenbuch, ISBN 9783492273572, Preis 9,99 Euro

Patrick Kühl