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H-Kennzeichen ja oder nein?: Die Vor- und Nachteile

Die Zahl von Oldies mit H-Kennzeichen wächst stetig. Doch bevor man versucht, eines zu bekommen, sollte man sich mit den Vor- und Nachteilen des H-Kennzeichens auseinandersetzen.

Alter VW Bus: Nicht für alle lohnt sich ein H-kennzeichen - und nicht alle bekommen eins.

 ©Maren Fuhrberg

30 Jahre nach der Erstzulassung können Autos ein H-Kennzeichen erhalten. Doch längst nicht alle Oldtimer fahren auch mit H-Kennzeichen. Denn das ist nicht immer günstiger und hat zudem einige Verpflichtungen zur Folge. Wann sich ein H-Kennzeichen lohnt, hat die Zeitschrift AUTO Straßenverkehr in ihrer aktuellen Ausgabe 16 untersucht.

Vorteile: Die Kfz-Steuer beträgt für Autos mit H-Kennzeichen unabhängig von Hubraum und Schadstoffausstoß 191,73 Euro für ein ganzes Jahr. Das kommt vor allem bei alten, großvolumigen Motoren zum Tragen, die bei einer herkömmlichen Zulassung schnell die 1000-Euro-Steuer-Grenze im Jahr überschreiten. Zudem darf man mit H-Kennzeichen in Umweltzonen fahren – auch ohne grüne Plakette. Für Oldtimer mit H auf dem Schild gelten bei den meisten Versicherungen zudem günstigere Tarife, jedoch fordern die Assekuranzen kostenpflichtige Wertgutachten von anerkannten Bewertern wie Classic-Analytics oder Classic Data.

Nachteile: Vor der Erteilung eines H-Kennzeichens muss erst ein Ingenieur von DEKRA, TÜV, GTÜ oder KÜS das Auto überprüfen und die Originalität beurteilen. Daraus ergibt sich, ob das Auto ein erhaltenswerten Klassiker ist oder ein verbrauchter Alltagsgegenstand. Dieses Urteil wird bei jeder Hauptuntersuchung neu geprüft – und muss bezahlt werden.

Saisonkennzeichen: Wer seinen Oldtimer nicht das ganze Jahr fahren will, kann sich für ein Saisonkennzeichen entscheiden und so Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge sparen. Das gilt für H-Kennzeichen genauso wie für normal zugelassene Oldtimer. Man kann also die Vorteile von H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen kombinieren. Saisonkennzeichen dürfen für minimal zwei und maximal elf Monate gelten und lassen sich auf jedes Fahrzeug anwenden. Das kann sich auch für Autos rechnen, die eigentlich schon ein H-Kennzeichen bekommen könnten. Besonders bei Autos mit kleinen Motoren und Abgasreinigung kann es sich lohnen, das Auto normal zuzulassen, weil die Kfz-Steuer dann unter dem Pauschalbetrag von 191,73 Euro liegen kann.

So viele H-Kennzeichen gibt es: Zum 1. Januar 2022 gab es in Deutschland laut VDA 648.000 Autos, die älter waren als 30 Jahre. Doch nur 57,3 % trugen auch ein H-Kennzeichen, das waren rund 370.000 Fahrzeuge. Die meisten Oldtimer mit H-Zulassung tragen einen Mercedes-Stern (158.843), gefolgt von VW (125.438). Dahinter folgen mit deutlich niedrigeren Werten die Hersteller Porsche (43.261), BMW (37.006) und Opel (27.370).

Top 3 mit H-Kennzeichen: Das beliebteste Auto mit H-Kennzeichen ist laut VDA der Mercedes W 123. Von den 2,7 Millionen Exemplaren dieser von 1975 bis 1986 produzierten Baureihe tragen 43.562 ein H-Kennzeichen. Knapp dahinter auf Rang 2 liegt der VW Käfer mit 43.193 H-Zulassungen, gefolgt vom VW Bus (T1, T2, T3) mit 29.238 Exemplaren.

von Gerhard Mauerer