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Italien und Kroatien im T3 Teil 3

Zweieinhalb Wochen waren VW-Bulli.de-Teammitglied Gerhard Mauerer und seine Partnerin Maren Fuhrberg im Frühherbst 2012 unterwegs im T3 Caravelle C in Kroatien und Italien. Die erste längere Campingreise in ihrem T3 brachte sie unter anderem auf verschiedene kroatische Inseln. Im letzten Teil des Berichts genießen sie ihre Zeit auf Dugi Otok und bleiben auf der Rückfahrt in einem slowenischen Sumpf stecken.

Sali. ©Gerhard Mauerer

Dienstag, 2.10.2012 (Telascica - Sali)

Es regnete die ganze Nacht, teils begleitet von heftigen Winden, Blitz und Donner.

Auch am Morgen regnete es noch.

Wir ließen es entsprechend ruhig angehen.

Frühstück im Haus, Frühstück für die beiden Katzen des Hauses, die das Unwetter auf unserer überdachten Terrasse ausgesessen hatten.

Unser Parkplatz am Bootsanleger. ©Gerhard Mauerer

Am späten Vormittag fuhren wir nach Sali. Der Regen hatte nachgelassen. Wir spazierten ein wenig herum, setzten uns dann in das Eiscafé am Hafen und tranken dort etwas. Tipp für Internet-Nutzer: Im Café kann man kostenlos das WLAN nutzen. Der WLAN-Schlüssel steht auf der Rechnung.

Sali ist ein wirklich schöner Ort. Alte Häuser, kleine Gassen. Der Ort ist rund um die langgestreckte Hafenbucht angeordnet. Man findet dort eigentlich alles, was man so braucht. Es gibt eine Post, die besagte Touristeninfo mit freundlichem, hilfsbereitem Personal, einen erstaunlich gut ausgestatteten Supermarkt sowie zahlreiche Restaurants und Geschäfte.

Blick vom Hügel. ©Gerhard Mauerer

Zurück beim Haus kam kurz darauf unser Vermieter Maras an, wie immer unter Hochspannung. Er brachte eine neue Gasflasche für unsere Dusche, musste aber sofort nach deren Anschluss wieder los. Der Grund: Schnaps. Ganz beseelt erzählte er mir, dass er gerade dabei sei, aus Trauben einen Schnaps herzustellen. Und da sei es ganz entscheidend, keinen Fehler zu machen. Er müsse deshalb sofort wieder nach seinem Schnaps schauen. Er versprach, mir bei seinem nächsten Besuch eine Kostprobe mitzubringen.

Das tat er auch, brachte eine kleine Wasserflasche seines Klaren. Schmeckt wie Grappa.

Blick vom Hügel. ©Gerhard Mauerer

Zu Fuß mache ich mich auf den Weg, um einen der umliegenden Hügel zu erklimmen. Einen Weg oder einen Pfad gibt es nicht, aber ich komme über Felsen ganz gut voran und stehe bald verschwitzt am Gipfel

Unglaublich, was so ein paar Höhenmeter ausmachen können. Ich habe herrliche Ausblicke über das Meer mit den unzähligen Inseln, auf Berge und auf „unser“ Haus und unseren Bulli unten in der Bucht.

Parkplatz beim Aussichtspunkt. ©Gerhard Mauerer

Am Nachmittag fuhren wir rein in den Park Telascica. Enge, kurvige Straße, durch mehrere Buchten. Nach etwa drei Kilometern kommt eine Kreuzung. Geradeaus geht es Richtung Salzsee Mir, rechts hoch geht es zu einem Aussichtspunkt über den Park und auf die Kornati-Inseln.

Wieder ist unser Bulli das einzige Fahrzeug auf dem Parkplatz des Aussichtspunkts. Die Vorteile der Nachsaison eben. Denn wenn man dann einige Meter dem Pfad folgt, bietet sich einem eine Aussicht, aufgrund der man normalerweise Menschenmassen hier oben erwarten würde. Einzigartige Blicke aufs Mittelmeer, auf schroffe Felshänge und vor allem auf die phantastische Inselwelt des südlichen Dugi Otok und der Kornaten.

Telascica-Ausblick. ©Gerhard Mauerer

Das Wetter passte auch, die Sonne schien mittlerweile.

Wir folgten dem Pfad einige hundert Meter, immer neue Blicke auf die tolle Umgebung boten sich uns.

Zurück beim Auto sahen wir noch einen weiteren Aussichtspunkt in die andere Richtung, der auch einen Besuch wert ist, aber bei weitem nicht so spektakuläre Blicke bietet wie der Richtung Süden.

Telascica-Ausblick. ©Gerhard Mauerer

Unten an der Kreuzung fuhren wir dann auf gut Glück noch geradeaus und landeten in einer der zahlreichen Buchten von Telascica. Am Ende der Straße befindet sich ein Bootssteg. Wir wanderten dort einen Pfad an der Küste entlang, saßen auf Felsen, schauten aufs Wasser und genossen die Ruhe.

Zurück am Steg sitzt ein Mann in einem Stuhl in der Abendsonne. Neben ihm liegt eine Katze und sonnt sich auch. Schnell kommen wir mit dem Mann, einem Schweizer im Ruhestand, ins Gespräch.

Katerchen ©Gerhard Mauerer

Er campt mit seinem Wohnmobil seit drei Nächten in dieser Bucht. Wir unterhalten uns über Reisen, Wohnmobile, der Schweizer gibt uns Tipps für Standplätze und erzählt von seinen ausgedehnten Reisen. Ich hoffe, dass ich im Rentenalter auch so aktiv sein werde und agil genug, um reisen zu können. Der Schweizer berichtete unter anderem von mehrmonatigen Wohnmobilreisen durch Skandinavien und die Baltenstaaten, Afrika sowie die Türkei.

Maren beschäftigte sich unterdessen die ganze Zeit mit „Katerchen“, wie wir ihn nannten. Wir besuchten ihn in den kommenden Tagen mehrfach, und beinahe hätten wir ihn mitgenommen.

Abends fuhren wir erneut nach Sali und aßen in einem Restaurant auf einer Terrasse mit Blick auf den Hafen und die Stadt. Pizza gab’s. Ein gelungener Tag.

Katzen beim Haus. ©Gerhard Mauerer

Mittwoch, 3.10.2012 (Telascica - Sali)

Schönes, warmes Wetter, wir frühstücken auf der Terrasse. Geweckt hatten uns die Katzen mit lautem Geschrei.

Mit dem Bulli fuhren wir wieder rein in den Park Telascica, heute ging es zum Parkplatz, von dem aus man rund 2 Kilometer zu weiteren Aussichtspunkten, einer schönen Bucht und dem Salzsee Mir wandern kann. Außer unserem Auto steht auf dem Parkplatz nur ein weiteres Fahrzeug.

Besuch bei Katerchen. ©Gerhard Mauerer

Es geht den Hügel hinunter ans Wasser, entlang einer schönen Bucht, an deren Ende Restaurants und Bootsanleger sind. Es stellt sich heraus, dass die meisten Besucher dieser Ecke des Parks nicht mit dem Auto und zu Fuß kommen, sondern bequem per Boot. Es ist doch einiges los dort.

In der Bucht befindet sich ein „Donkey Sanctuary“, also ein Freigehege für Esel. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren laufen die Esel nicht frei herum, sondern sind eingezäunt. Vermutlich hat es da mal einen Zwischenfall gegeben, schade.

Aussichtspunkt. ©Gerhard Mauerer

Vom Restaurant aus geht ein steiler Weg hinauf zu einem Aussichtspunkt, der erneut Blicke auf die steil abfallende Felsküste und das Meer und die Inseln bietet. Wir haben Glück und sind allein dort oben. Das änderte sich, als eine ganze Bootsladung Touristen samt Führer sich den Weg hinaufquält.

Weiter geht es zum Salzsee. Auch dort ist schon einiges los. Viele Menschen baden in dem See, es ist recht laut und uns irgendwie zu voll.

Salzsee Mir. ©Gerhard Mauerer

In der Zwischenzeit kommen immer mehr Ausflugsschiffe an, die hunderte Menschen aus ihren Bäuchen ausspucken.

Auf dem Rückweg vom Salzsee kommen uns unendliche Menschenmassen entgegen, hunderte. Das ist uns ein wenig zu viel und wir versuchen, den Massen zu entkommen, indem wir einem Pfad entlang der Bucht folgen. Dort finden wir ein schönes Plätzchen am Wasser und sitzen ein wenig und schauen aufs Meer.

Es kommen immer mehr Boote, Schiffe aus Zadar, oft mit lauter Musik. Wir treten den Rückzug an.

Bucht Telascica. ©Gerhard Mauerer

Wenige hundert Meter von den Restaurants entfernt kehrt dann auch schnell wieder Ruhe ein und wir können die tolle Landschaft wieder ungestört genießen.

Auf dem Rückweg fuhren wir in die Bucht, in der wir gestern den Schweizer getroffen hatten. Der Schweizer und sein Wohnmobil waren weg, nicht so der Kater, der nun uns als seine Bezugspersonen auserkoren hatte. Etliche Stunden verbrachten wir in dieser ruhigen Bucht, ruhten uns aus, lasen und schauten einfach aufs Meer. Der Kater bekam große Portionen – Streicheleinheiten und Futter.

Später fuhren wir nochmal nach Sali, kauften im Supermarkt Lebensmittel ein.

Abends trugen wir wieder unser Essen runter zum Bootsanleger, wo wir direkt am Wasser zu Abend aßen. Diesmal flog auch keine Brille ins Wasser. Wirklich unheimlich entspannend war es dort. Urlaub.

Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Donnerstag, 4.10.2012 (Telascica - Sali)

Heute ist leider unser letzter richtiger Urlaubstag.

Morgen werden wir am späten Vormittag die Fähre nach Zadar nehmen und dann noch ein paar Stunden fahren. Übermorgen dann weiter nach München und am Sonntag nach Hause.

Dafür hatten wir für heute aber noch etwas besonders Schönes geplant. Eine Bootstour durch Telascica.

Unser Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Unser Vermieter Maras ist ja der Mann für alle Fälle, und natürlich war es gar kein Problem, von ihm auch ein Motorboot zu mieten.

250 Kuna für einen halben Tag, das sind rund 33 Euro.

Gegen 10 Uhr stachen wir bei herrlichem Sommerwetter mit unserem kleinen 5 PS-Motor in See. Auf dem Wasser zu sein ist ja immer etwas Besonderes, und bei gutem Wetter und in dieser unvergleichlich schönen Gegend umso mehr.

Unser Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Wir tuckerten zwischen Inseln hindurch, kristallklares Wasser um uns herum. Erster Stopp war die „Katerchen“-Bucht. Er wunderte sich zwar zunächst, dass wir diesmal mit dem Boot kamen, nahm sein Frühstück aber dankend an, wir blieben ein Weilchen dort und fuhren dann weiter.

Vom Wasser aus boten sich uns wieder ganz neue Perspektiven und Blicke. Und es ist halt einfach schön, wenn man zu zweit bei bestem Wetter auf dem Wasser ist, selbst entscheiden kann, wohin es gehen soll, anhalten kann, wann man will, die Sonne, das Meer und die Ruhe genießen kann. Unheimlich befreiendes und schönes Gefühl.

Wir durchmessen weite Strecken der Telascica-Buchten und beschließen, zwischen zwei kleinen Inselchen zu ankern, um dort zu schnorcheln. Das Wasser ist noch angenehm warm und da es heute recht heiß ist, tut die Erfrischung gut. Das Wasser ist klar, die Sicht ist gut, wir bekommen auch einiges an Fischen zu sehen.

Unser Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Als ich mal auftauche, sehe ich, dass unser Boot langsam davondriftet. Hoppla, ich hatte den Anker wohl nicht richtig geworfen. Ich renne über die kleine Insel, springe wieder ins Wasser und schwimme eilends dem Boot hinterher. Zum Glück gab es weder starken Wind noch starke Strömung und ich kann es recht schnell einholen. Maren sieht auf der Insel wie eine Schiffbrüchige aus.

Wir fahren weiter und machen mittags in einer engen, kleinen, fjordartigen Bucht Halt. In den Hauptbuchten von Telascica ist wie gesagt auch um diese Jahreszeit noch relativ viel los. Hier sind wir erneut allein, machen an einem Felsen fest und essen Mittag. Ich schnorchle nochmal ein wenig, dann fahren wir weiter.

Unser Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Ziemlich am Ende von Telascica, dort, wo es dann ins offene Meer hinausgeht, halten wir nochmals an einer Insel, sitzen, ruhen, spazieren. Nun zieht es sich langsam zu, Wind kommt auf und es wird kühler.

Gemütlich steuere ich das Boot zurück in Richtung unseres Hauses. Es geht durch die spektakuläre Landschaft, vorbei an Felsen, Möwen, anderen Booten. Zwischenstopp beim Kater und dann zurück in „unsere“ Bucht. Ein super Ausflug!

Später räume ich ein wenig den Bulli auf, morgen geht es ja zurück Richtung Heimat.

Abendessen wieder unten am Wasser, daran könnte man sich gewöhnen.

Wir fahren abends nochmal nach Sali, laufen herum. Eine Katzenmama mit vier winzigen Kätzchen sitzt bei Booten am Hafen. Auch die bekommen Futter.

Unser Bootsausflug. ©Gerhard Mauerer

Dugi Otok hat uns wirklich ganz hervorragend gefallen. Die Natur dort bietet so vieles und es ist nicht allzu viel los. Interessant wird es zu sehen, ob sich das zum Negativen verändert, wenn der angeblich im Norden der Insel geplante Campingplatz kommen sollte. Dadurch würde diese verschlafene Insel sicher für wesentlich mehr Touristen interessant als jetzt.

Komisch ist es schon, am Donnerstagabend sein Urlaubs-Resümee zu ziehen, wenn man erst am Sonntagabend wieder zuhause sein wird. Aber es ist sinnvoller, die Reise in mehrere Tage aufzuteilen. Schön war es, natürlich wie immer viel zu kurz, aber schön, vor allem Dugi Otok.

Abschiedsbesuch. ©Gerhard Mauerer

Freitag, 5.10.2012 (Telascica – Brbinj – Zadar – Metlika, 285 Kilometer)

Frühstück, packen, Abschiedsbesuch beim Katerchen, Maras bezahlen, und dann geht es von unserem Häuschen zum Fährhafen Brbinj. Die Fähre legt pünktlich um 12 Uhr ab.

Die eineinhalbstündige Fährfahrt hat nochmal was von Urlaub, denn erneut ist das Wetter gut und die Blicke wunderschön. Wir gehen nochmal kurz in die Altstadt Zadars, kaufen ein paar Sachen ein und gegen 14 Uhr beginnt dann die Rückreise.

Unser Plan ist, bis zum späten Nachmittag zu fahren und dann irgendwo einen schönen Stellplatz zu suchen, Campingplatz oder wild, je nachdem, was es so gibt.

Warten auf die Fähre in Brbinj. ©Gerhard Mauerer

Wir kommen ganz gut voran, bei Karlovac verlassen wir die Autobahn und fahren Landstraße Richtung Slowenien. In Kroatien war Diesel von allen Ländern dieser Reise am günstigsten und daher wollte ich kurz vor der slowenischen Grenze nochmal volltanken. Ich hatte extra genug Kuna in bar behalten, um den Tank zu füllen.

Doch dazu kam es nicht. Denn wenige Kilometer vor der Grenze wurden wir von der Polizei hinausgewunken. Angeblich sei ich 70 km/h gefahren, wo nur 50 erlaubt waren. Diskutieren hilft ja nichts und so bekommt der Polizist 300 Kuna, fast mein gesamtes Tankgeld. Das sind rund 40 Euro. Dann zahle ich die Tankfüllung halt mit der Kreditkarte…

Fährfahrt. ©Gerhard Mauerer

An der kroatisch-slowenischen Grenze frage ich den freundlichen und sehr gut deutsch sprechenden Grenzer nach Campingmöglichkeiten, denn es ist nun später Nachmittag. Kein Problem, sagt er, ich solle mal parken und er würde mir sagen, was es so gibt.

Er holt eine detaillierte Landkarte, die wir dann sogar behalten dürfen, zeichnet mehrere Campingplätze ein. Der nächste soll nur rund 4 Kilometer entfernt sein, am Fluss gelegen. Wir bedanken uns bei dem hilfsbereiten Grenzbeamten und machen uns auf den Weg zu besagtem Campingplatz.

Blick auf Zadar. ©Gerhard Mauerer

Wir fanden ihn auch problemlos, jedoch war der Platz geschlossen. Hm. Was nun? Wir beschlossen, einfach so in der Nähe wild zu campen. Die Landschaft war einladend. Hügelige Landschaft, der Fluss. Kurz nach dem Campingplatz führte ein Feldweg Richtung Flussufer. Dort fuhr ich hinein. Ein folgenschwerer Fehler.

Denn der Feldweg führte zwar zum Fluss, allerdings entpuppte sich die vermeintliche Wiese, durch die er führte bald als Sumpfwiese. Maren sagte noch: „Oh, das ist aber nass hier, hoffentlich kommst du da wieder raus!“ Im selben Moment merkte ich auch, dass wir womöglich in Problemen steckten, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich lenkte ein, wollte den Schwung mitnehmen und in einem Halbkreis wieder raus aus der potenziell misslichen Lage kommen, doch mein Manöver misslang. Wir steckten fest im slowenischen Sumpf.

Ausschnitt aus slowenischer Speisekarte. ©Gerhard Mauerer

Die Sonne ging über den Bergen unter, ich fluchte.

Ich stieg aus, war sofort von hunderten Mücken umgeben und versuchte zu überlegen, was zu tun sei. Hier konnten wir keinesfalls über Nacht bleiben.

Zuerst versuchte ich, einfach so wieder rauszufahren, durch Schaukeln, vorsichtiges Anfahren und so weiter. Das brachte natürlich nichts. In einem Waldstück besorgte ich mir Holz, um es unter die sich immer tiefer eingrabenden Reifen zu legen. Der Wagenheber sank natürlich auch ein, als ich den Bulli anheben wollte, um das Holz unterzulegen.

Maren ging in der Zwischenzeit zur etwa 250 Meter entfernten Straße, um Hilfe zu suchen. Sie ahnte schon (wohl zu Recht), dass ich uns da allein nicht wieder rausbringen würde. Im Nachhinein schade, dass es von der Aktion keine Fotos gibt.

Es gelang mir dann zwar, den Wagen so weit anzuheben, dass ich Holz unter die Reifen legen konnte, aber ich bekam das Auto dennoch nicht wieder befreit. Mittlerweile war ich über und über von Schlamm und Dreck bedeckt, zerstochen von Mücken und etwas ratlos. Es wurde dunkel.

Immer und immer wieder versuchte ich, den Bulli freizubekommen, als Maren mit unserer Rettung im Schlepptau ankam. Es war ihr gelungen, ein Auto anzuhalten. Dessen Fahrerin sprach englisch und kam aus dem Nachbarort. Sie wollte jemanden mit einem Traktor schicken und tat das auch.

Ein junger slowenischer Bauer und sein Sohn kamen tatsächlich mit einem Traktor. In Windeseile zog er den Bulli raus und auf festen Untergrund. Ich war so dankbar. Ich wollte dem Helfer 20 Euro geben für seine Mühe, aber er lehnte freundlich, aber bestimmt ab. So hilfsbereit, so freundlich. Wir fühlten uns dankbar, wollten aber zumindest irgendwie diese Dankbarkeit zeigen. Maren gelang es dann, dem Sohn des Bauern zumindest ein wenig Schokolade zu geben. Die nahm er dann an.

Aus wild campen wurde also nichts. Schmutzig und erschöpft fuhren wir zurück in den Grenzort Metlika, nahmen ein Zimmer. Erst mal duschen und dann in ein Restaurant, das uns der Sohn des Zimmervermieters empfohlen hatte.

Es war bis auf einen Gast leer, aber das Essen war sehr gut – und sehr günstig, siehe Auszug aus der Speisekarte im Foto.

Müde ins Bett, ich schlief im Bulli.

Verschlammter Bulli in Österreich. ©Gerhard Mauerer

Samstag, 6.10.2012 und Sonntag, 7.10.2012 (Metlika – München, 515 Kilometer; München – Rastede, 820 Kilometer)

Nur so viel: Die Rückfahrt lief relativ unspektakulär ab. Slowenien gefiel uns auch bei dieser Durchfahrt ausnehmend gut und bleibt uns auch wegen der Hilfsbereitschaft des Grenzers und des Bauern in guter Erinnerung. Bestimmt werden wir dort mal mehr Zeit verbringen.

Das Wetter war am Samstag blendend gut. Richtig warm war es, angenehmes Fahren.

Bei meiner Mutter in München war dann Familientreffen angesagt, und am Sonntag fuhren wir das längste Teilstück bis nach Hause in Rastede.

Eine tolle Reise war das, mit dem Bulli klappte alles, wir haben viel gesehen, einiges erlebt und freuen uns schon auf die nächste Bulli-Reise.

von Gerhard Mauerer