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Milanesunga: Der senffarbene Schnitzel-T2 in Paraguay

Der argentinische Journalist Marcelo Ameri und Juan Bautista Rivarola haben wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in ihre (Wahl-)Heimat Paraguay umgesattelt und haben einen T2 zum Foodtruck umgebaut. Hier stellen sie sich und den Bulli vor.

Marcelo und Juan vor ihrem T2.

 ©Marcelo Ameri

Hallo Bulli-Freunde!

In Paraguay, und dort insbesondere in der Hauptstadt Asunción, gibt es zuletzt immer mehr Foodtrucks.

Das ist zum einen sicher eine Modeerscheinung, doch zum anderen liegt die Zunahme in den vergangenen Jahren auch an der Wirtschaftskrise, die wir erleben. Die Arbeitslosigkeit steigt, es gab zuletzt viel Zuwanderung aus dem gesamten südamerikanischen Kontinent.

Viele Menschen versuchen in dieser Situation, sich als Selbstständige oder mittels kleiner Familienbetriebe über Wasser zu halten, oder sich ein Zubrot zu verdienen.

Die "Milanesunga".

 ©Marcelo Ameri

Das Phänomen der Foodtrucks hat auch dazu geführt, dass jede Menge klassischer Fahrzeuge wiederbelebt wurden beziehungsweise eben ein neues Leben als solche Fahrzeuge für Street und Fastfood geschenkt bekamen. Viele von ihnen sind VW Bullis und auch Käfer.

Die Bullis werden meist zu Foodtrucks umgebaut, aus denen dann Gerichte wie Sandwiches, Burger und Bratwürste serviert werden.

Viele der Käfer werden in rollende Straßenbars umfunktioniert, aus denen dann im Gedenken an den berühmten deutschen Ingenieur Ferdinand Porsche zum Beispiel Bier vom Fass ausgeschenkt wird.

Ich selbst bin Einwanderer aus Argentinien. Mein erstes Auto in Paraguay war ein roter VW Käfer. Er war ein cooler Selbstumbau im Rallye-Stil, mit Überrollbügel, Suchscheinwerfern, Geländereifen und allerlei anderen Extras.

Zufriedene Kunden.

 ©Marcelo Ameri

Mit diesem Käfer bin ich viel herumgefahren, durch die Dörfer und Städtchen rund um Asunción, zum Ypacaraí-See, in die Cordillera de los Altos, wo es Ende des 19. Jahrhunderts blutige Schlachten gab - eine herrliche Gegend mit Bergen und kristallklaren Bächen. Der Käfer war ein zuverlässiger Freund, den ich viele Jahre lang hatte.

Juanchi, mein Mitstreiter in dem Foodtruck-Projekt, hatte einen VW Brasilia mit Doppelvergaser aus den 70er-Jahren. Und er hatte ebenjenen T2, Baujahr 1976, den wir schließlich zu unserem Foodtruck namens "Milanesunga" (so heißt auch unser kleiner gastronomischer Betrieb) umbauten. Der T2 ist sicherlich ein Klassiker, wenn er auch bestimmt kein besonders gut erhaltenes Sammlerstück ist, aber wir lieben ihn.

Ein gigantisches Schnitzel-Baguette.

 ©Marcelo Ameri

Unsere #Milanesunga bringt uns regelmäßig in Kontakt mit vielen VW-Fans und VW-Clubs, die uns häufig zu ihren Treffen einladen. Wie ein Magnet zieht der Bulli immer wieder auch Bulli-Liebhaber und Restaurations-Experten an, die ihn begutachten. Der Bulli hat uns von Beginn an viel Aufmerksamkeit gebracht und uns quasi ein neues Universum eröffnet.

Essenstechnisch unterschiden wir uns von den meisten Foodtrucks hier in der Gegend, indem wir statt der üblichen Burger gigantische Milanesa-Sandwiches anbieten. Was wir hier Milanesa nennen, ist Euch in Deutschland schlicht als Schnitzel bekannt. Wir verwenden Rinderfilet, mit Ei und Semmelbröseln paniert, danach frittieren wir es. Die Milanesa ist hier recht verbreitet und beliebt, auch in den Nachbarländern Argentinien und Urugay.

 ©Marcelo Ameri

Der Paraguayer liebt seine Milanesa, vielleicht fast so sehr wie der Argentinier. Unsere #Milanesunga bedient also die Vorliebe der Bewohner Paraguays für ein schönes großes Schnitzel-Baguette. Unser Bulli ist der erste Foodtruck Paraguays, der dieses Gericht anbietet.

Unser Bulli ist äußerst beliebt, auch in der Presse wurde schon über uns berichtet, und viele Leute kommen zu unserem senffarbenen Bulli, um eine leckere Milanesa mit Zitrone zu essen. Unser Foodtruck ist ein beliebter Ort der Zusammenkunft geworden, wo sich Freunde der Milanesa, der VW-Klassiker und der Musik gerne treffen. Zudem sind wir wie gesagt auch regelmäßig bei VW-Treffen sowie anderen Festen dabei, in und um Asunción.

Es grüßen Euch aus Paraguay: Marcelo Ameri und Juan Bautista Rivarola

von Gerhard Mauerer