Zur Liste

T4-Reise im Corona-Sommer: Schleswig-Holstein statt Schwarzwald

2020 war für alle ein schwieriges Jahr wegen der Pandemie. Christian Benn wollte im Sommer eigentlich mit dem T4 in den Schwarzwald. Am Ende wurde sein Heimat-Bundesland Schleswig-Holstein das Reiseziel. Hier erzählt er von der Reise.

 ©Christian Benn

Hallo werte Freunde des Bulli,

Dieses Foto ist für mich etwas ganz besonderes. Es zeigt meinen T4 California Tour, Baujahr 1994, 2,4l Diesel mit 78 PS, im Abendlicht auf dem Campingplatz Ivendorf bei Travemünde.

Das Jahr 2020 war für uns alle sehr schwer, besonders wegen dem Virus mit allen seinen Folgen.

Jeder hat sich genau wie ich unter anderem auf tolle Treffen und Festivals gefreut. Aber bei mir persönlich fing das Jahr mit dem Sturz meines behinderten Bruders an, wodurch er sich das Hüftgelenk brach und eine neue Hüfte haben musste, was mit der Reha etc. sehr lange dauerte. Es war fraglich ob es überhaupt auf Tour in den Urlaub gehen konnte.

 ©Christian Benn

Ich war gerade dabei anzufangen, eine Rundreise durch den Schwarzwald zu planen, denn auch diese Reise wollte ich mit meiner Mutter unternehmen.

Doch durch COVID-19 wurde alles anders und es war die Frage, ob es überhaupt auf Tour gehen könnte.

Die Tour durch den Schwarzwald haben wir dann gestrichen und uns für unser Bundesland entschieden, Schleswig Holstein. Und wir hatten großes Glück und einen Stellplatz auf dem uns schon bekannten Campingplatz in Ivendorf bekommen.

Und so wurde voller Freude der Bulli gepackt für eine Woche Camping. Vorzelt, Stühle, Tische und die Kühlbox wurden ebenso verstaut wie Proviant, Kleidung und natürlich auch der E-Rollstuhl meiner Mutter.

 ©Christian Benn

Nach einer entspannten Fahrt nach Ivendorf hatte ich uns gerade angemeldet, als der Himmel seine Schleusen öffnete. Nach einer halben Stunde des Wartens konnte ich dann das Vorzelt aufbauen. Und als gerade alles sortiert und verstaut war, kam der Regen zurück. Doch es wurde eine richtig schöne Woche, in der immer wieder die Sonne schien.

Jeder Morgen begann mit einem gemütlichen Frühstück im Vorzelt mit frischen Brötchen. Da wir inzwischen zum dritten Mal hier waren, wurden wir auch gleich wieder sehr herzlich von den Dauercampern begrüßt. Neben unserer Runde über den Campingplatz zu verschiedenen Tageszeiten in dieser Woche sind wir auch fast jeden Tag nach Travemünde gewandert. Und neben der Italienischen Küche im Ort haben wir uns auch selber Köstlichkeiten am eigenen "Herd" zubereitet.

Am vorletzten Tag, bevor es noch für einen Tag nach Lübeck gehen sollte, war unser Ziel Boltenhagen. Doch so schön die Fahrt dorthin auch war von der Landschaft her, der Ort selber war für uns dann doch nicht so reizvoll.

 ©Christian Benn

Gemeinsam entschieden wir uns der Küste zu folgen und uns die alte Hansestadt Wismar anzusehen.

Nach langem Suchen fanden wir endlich einen Parkplatz, wo wir "Bobsi" parken konnten. Und zu unserer Freude war der Weg ins schöne Stadtzentrum nicht weit. Doch auch hier überraschte uns das Wetter mit einem schönen Platzregen, zum Glück hatten wir uns darauf eingestellt.

Wismar ist eine sehr schöne Stadt mit vielen alten Häusern aus der Hansezeit. Aber es gibt auch immer noch verfallene Gebäude, die auf eine Sanierung warten. Und so gab es viel zu sehen, während die Zeit nur so davon lief.

 ©Christian Benn

Im Nu wurde es Zeit, den Diesel wieder zu starten und aufzubrechen Richtung Ivendorf. Dass es unterwegs immer wieder regnete, störte uns nun nicht mehr, vielmehr ergab sich dadurch eine schöne Lichtstimmung in der Landschaft. Da auf den meisten Straßen außerhalb der Ortschaften nur ein Tempo zwischen 60 und 80 erlaubt ist, hieß es gemütlich cruisen.

Kurz vor dem Ziel erfreuten wir uns noch an der kurzen Fahrt mit der Fähre über den Priwall.

Zurück auf dem Campingplatz freuten wir uns nach diesem langen Ausflug schon auf Italienische Köstlichkeiten.

Der nächste Tag war vom Wetter sehr wechselhaft und so begannen wir unsere Sachen für die Weiterreise vorzubereiten.

In Lübeck hatten wir wieder einmal Glück und einen Stellplatz dicht bei der Musik- und Kongresshalle bekommen. So sind wir dann voller Tatendrang in den letzten Tag unseres Urlaub gestartet. Es lohnt sich immer wieder Lübeck zu erkunden und so war es auch wieder einmal klar, dass die Zeit wie im Fluge verging. Bevor wir Abends an der Obertrave in einem Straßenlokal gegessen haben, gab es wieder sehr nette Gespräche mit den Nachbarn auf Zeit.

Nach einem schönen Abend, den wir im Bus mit einer Spielerunde hatten ausklingen lassen, ging es zu Bett.

 ©Christian Benn

Am nächsten Morgen hieß es dann für uns: Rolling Home.  

So ging eine sehr schöne Woche zu Ende. Und so zeigte sich einmal mehr, wie schön spontane Reisen an sich und mit einem Bulli im Speziellen sein können.

Und dass wir 2021 hoffentlich unserer Leidenschaft Bulli etwas unbeschwerter frönen können.

Ich wünsche Euch allen alles Gute und bleibt schön gesund.

Euer Christian Benn

von Gerhard Mauerer