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The Who und ich in Hannover

T1-Fahrer Uli Tröps aus Siegen hatte beim dritten Gewinnspiel von VW-Bulli.de das Rennen gemacht und durfte den Musikern der Kultband The Who beim Internationalen VW-Bus-Treffen in Hannover die Hand schütteln. Was er an seinem großen Tag alles erlebt hat, beschreibt er hier.

Uli Tröps hat The Who getroffen. Foto: Uli Tröps

Eigentlich wollte ich ja nicht zum Internationalen VW-Bus-Treffen nach Hannover. Der Termin lag für mich etwas ungünstig. Aber dann gab es dieses Online-Rätsel bei VW-Bulli.de, bei dem man eine Begegnung mit der Rockband The Who gewinnen konnte. Ich dachte mir: Mitmachen kann ich ja mal. Es wird sowieso jemand anderes gewinnen. Und wenn es doch mich treffen sollte, dann ist es eben Schicksal. Es wurde Schicksal und ich fuhr nach Hannover.

Ein Anruf bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) ergab, dass ein Stellplatz auf dem Messegelände leider nicht mehr zu bekommen war, aber es sollten noch genug Parkplätze zur Verfügung stehen. Die gab es dann auch reichlich, als ich am Samstagmittag mit meiner Lebensgefährtin Gitte eintraf. Wir suchten uns einen Platz auf einem der Parkdecks nur wenige Meter vom Festgelände entfernt. Auch hier standen bereits jede Menge "Bullis", "falsche Bullis" und "Busse" (Bezeichnungen meiner jüngsten Tochter für die Baureihen T1, T2 und T3) sowie diverse T4- und T5-Modelle. 

Ulis Autogramm von Pete Townshend

Auf dem Gelände wurden wir von der Vielfalt an Modellen, Ausführungen, Umbauten und Lackierungen nahezu überwältigt. Der Fotoapparat blieb in der Tasche. Lieber wollten wir möglichst viele der Bullis sehen.

Nachdem wir den Stand von VW-Bulli.de und Felix Bauer gefunden hatten, gingen wir mit ihm zum VWN-Pressezentrum, wo wir von der Pressesprecherin Frau Schumacher in all der Hektik lieb und freundlich begrüßt wurden und unsere Tickets für den Auftritt von The Who erhielten. Außerdem wurde die Abwicklung meines Gewinnspielpreises abgesprochen - die Begegnung mit der Band The Who am späteren Abend nach dem Konzert. 

Als das Organisatorische erledigt war, genossen Gitte und ich die Stimmung und Aktivitäten auf dem Gelände. Prima, dass auch die "Museums-Bullis" hautnah betrachtet werden konnten. Meine Anfragen nach zwei Bulli-Ersatzteilen bei den Teilehändlern wurden als "schon sehr speziell" bezeichnet und waren leider nicht zu erfüllen. Aber nach fast 30 Jahren Teilesuchen kommt es auf ein paar Jahre mehr nicht an. 

Roger Daltrey (l.) und Pete Townshend von The Who

Ab 18.00 Uhr war dann Einlass zum Bühnengelände, wo The Who und als Vorband Sweety Glitter and the Sweethearts auftreten sollten. Gegen 18.30 Uhr begaben auch wir uns dorthin. Mir fiel auf, dass einige Besucher in einen abgesperrten Bereich direkt vor der Bühne noch vor dem Pressebereich gelassen wurden. Auf meine Frage an einen der blau bekleideten VWN-Mitarbeiter, wer denn dort hinein dürfe, antwortete mir dieser: "Jeder, bis das Kontingent voll ist."

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und ergatterte tatsächlich das letzte grüne Armband, das das Betreten dieses Bereichs erlaubte. Nur Gitte hatte keins. Eine der Ordnerinnen sah unsere ratlosen und betrübten Gesichter und bemerkte: "Ach, sie sind ein Pärchen, Moment!" Sie entschwand und kam mit einem letzten grünen Armband für Gitte zurück. Ich war schon sehr beeindruckt von dieser Freundlichkeit der Ordner/innen, denn diesbezüglich bin ich bei Konzerten sonst anderes gewohnt.

Nun standen wir keine zehn Meter von der Bühne entfernt. Super! Sweety Glitter und seine Sweethearts waren hörbar beeindruckt, vor The Who spielen zu dürfen und brachten ihre Cover-Versionen der Flower-Power-Songs gut rüber. Dann wurde es ernst und die Bühne wurde für The Who vorbereitet. Zwei in Ehren ergraute Herren hatten dabei die Oberaufsicht. Wie lange die beiden wohl schon mit der Band durch die Welt reisen? 

The Who beim Internationalen VW-Bus-Treffen in Hannover

Und plötzlich waren sie da, die beiden Urgesteine der Musik aus meiner Jugendzeit! Und ich nur ein paar Meter entfernt. Die Bässe waren körperlich spürbar, der Boden vibrierte. Geil!!! Roger ließ das Mikro am Kabel kreisen und Pete entlockte der Gitarre Töne, die durch Mark und Bein gingen. Wie er mit weit kreisenden Armbewegungen die Saiten traf - faszinierend, als wären keine 40 Jahre vergangen.

Es war das erste Mal, dass ich die Band live erlebte und es tat gut, supergut, die alten Songs zu hören. "See Me - Feel Me", "Pinball Wizzard", "My Generation" und viele andere. Was mir besonders gut gefiel, waren die während des Songs "Magic Bus" auf der Leinwand im Hintergrund synchron laufenden Filmausschnitte aus Bulli-Werbefilmen und Dokus der Bulli-Produktion der 50er Jahre. 

Roger Daltrey

Der Auftritt war für mich leider viel zu schnell zu Ende. Aber ich hatte ja noch etwas vor mir. Mit weiteren VIP-Gästen wartete ich in einem edlen Empfangsraum auf das, was kommen sollte. In der Zwischenzeit unterhielt ich mich sehr nett mit dem VWN-Pressechef Herrn Scherelis über das Fahrzeugprogramm des Unternehmens.

Und dann kamen sie herein! Zwei nette ältere Herren, angesichts derer man überhaupt nicht daran denken würde, dass sie vor ein paar Jahrzehnten Gitarren und Stühle zerschlugen: Roger Daltrey und Pete Townshend. Schnell wurden sie von den Journalisten umringt. Roger wurde gefragt, ob er bei seinen wilden Mikro-Kreisel-Kunststücken schon mal ein Bandmitglied verletzt hätte, worauf er antwortete, dass er bislang nur sich selbst getroffen habe. 

Pete Townshend

Ich hatte mir die Szenerie aus dem Hintergrund angesehen, als Frau Schumacher plötzlich zu mir kam, mich an die Hand nahm, vor die beiden zog und mich vorstellte. Wir gaben uns die Hand und Roger sagte, dass er Roger hieße und Pete sagte, dass er "me" sei. ;-)

Einige Gäste baten die beiden nun um Autogramme, die sie auch erhielten. Diese Gelegenheit wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, aber ich hatte nichts zu schreiben dabei. Herrn Scherelis lieh mir seinen Notizblock und zu meiner größten Überraschung nutzt VWN auch nach 60 Jahren noch immer die gleichen Notizzettel wie seinerzeit Ben Pon. ;-) 

Dass ich, als Pete Townshend mich beim Schreiben des Autogramms nach meinem Namen fragte, vor lauter Aufregung "Uli - ju, el, ii" antwortete, verschweige ich wohl besser. Nach einer Viertelstunde verabschiedeten sich Pete und Roger. Gitte hatte draußen auf mich gewartet und wir genossen die Stimmung auf dem Festplatz noch eine Weile und hörten der Bulli Allstar Band zu.

Es war für mich auf jeden Fall ein herausragendes Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Beeindruckend fand ich die Organisationsleistung, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die Flexibilität, die trotz des festen Rahmens möglich war. Tausend Dank an Felix Bauer, Astrid Triebsees, Frau Schumacher und Herrn Scherelis für die erstklassige Betreuung!

Viele heckboxergetriebene Grüße aus Siegen! 

Uli Tröps