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Verwirrung um Brasilien-T2

Seit einigen Tagen wird berichtet, dass ein findiger niederländischer VW-Händler den brasilianischen VW T2c zum Kauf anbietet. Die Preise für den importierten T2 beginnen demnach bei 26.001 Euro netto. Wenige Tage nach Bekanntwerden des Projekts sind die T2 aber wieder von der Homepage des Händlers verschwunden.

 ©Kirsten Berendsen

Die Produktion des T2 in Südamerika wurde seit den sechziger Jahren nicht gestoppt. Die Fahrzeuge kommen aus dem VW-Werk in São Bernardo do Campo. Natürlich gibt es einige Modifikationen. So wird etwa statt des Boxermotors heute ein wassergekühlter Vierzylinder mit 1,4 Liter Hubraum und 80 PS in die Wagen eingebaut.

"auto motor und sport" berichtete online, dass der brasilianische VW T2c nicht der Euro 5-Norm entspricht. Auch kann er, da er ja "neu" ist, nicht als historisches Fahrzeug angemeldet werden. Daher waren laut dem Bericht Tricks notwendig, um die Möglichkeit zu schaffen, den Wagen in der Europäischen Union zulassen zu können. Dies wollte der niederländische Händler so lösen: Die Bullis werden in Großbritannien, wo die Zulassungsregeln deutlich lockerer sind als auf dem europäischen Festland, als Neuwagen angemeldet. Da die Wagen dann in der EU zugelassen sind, dürfen sie laut dem Bericht künftig auch in jedem anderen europäischen Land zugelassen werden.

 ©Kirsten Berendsen

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat mit dieser Import-Aktion übrigens nichts zu tun. VW-Bulli.de hat in Hannover nachgefragt. Der niederländische Händler nutzt demnach vielmehr auf geschickte Art und Weise Lücken in der europäischen Gesetzgebung aus. Allerdings ist Stand heute schon wieder unklar, ob es die T2 aus Brasilien tatsächlich über den Umweg über Großbritannien und die Niederlande zu kaufen geben wird: Das Angebot zum Kauf findet sich nun nicht mehr auf der Homepage des Händlers. Nur zum Mieten werden die T2 dort nun angeboten.

Die aus Brasilien importierten T2c sind wegen der Zulassung in Großbritannien Gebrauchtwagen. Dennoch wollte der Händler laut den zahlreichen Berichten drei Jahre Garantie geben- unter der Bedingung, dass die Bullis einmal im Jahr zur Inspektion bei den Niederländern antreten.

Den VW T2c soll es in zwei Ausbauvarianten geben. Zum einen gibt es den T2 "Classic". Er verfügt unter anderem über eine Küchenzeile und eine Sitzbank für zwei Personen. Der "Beach" hat eine zum Bett umklappbare Sitzbank für drei Personen, sowie Küchenzeile und Einbauschränke.

 ©Kirsten Berendsen

Als Ausstattungslinien soll es - wie beim T5 - "Trendline", "Comfortline" und "Highline" geben. Schon die Einsteigervariante "Trendline" umfasst Aufstelldach, Wegfahrsperre, Schlaf-und Sitzbank, Zwölf-Volt-Kühlschrank, Gardinen und eine Küchenzeile mit Spülbecken, elektrischer Pumpe und zwei Gaskochfeldern. Die Preise für das weiß lackierte Fahrzeug sollen bei 32.425 Euro netto beginnen.

Die "Comfortline"-Bullis sind außen zweifarbig lackiert. Zudem haben sie unter anderem eine Frontscheiben-Heizung, CD-Spieler und mehrfarbige Innenauskleidung mit Stoff. Für den Innenraum stehen übrigens 18 Designs und Stoffe zur Wahl, für die Außenlackierung 50 Farben. Der T2c "Comfortline" sollen ab 36.628 Euro netto kosten.

"Highline"-T2s zeichnen sich unter anderem durch Leichtmetallfelgen, Dachträger, Parksensoren und Lederausstattung aus. Die Preise beginnen hier bei 41.669 Euro netto. Der günstigste Brasilien-Import ist der einfache Kombi. Diese Version kostet ab 26.001 Euro netto. Die Niederländer wollen laut den Berichten auch eine Umrüstung auf LPG-Betrieb anbieten.

Einen etwas ausführlicheren Bericht sowie zahlreiche Bilder gibt es unter anderem bei auto motor und sport online.

Es bleibt abzuwarten, ob es die T2c aus Brasilien tatsächlich zu kaufen geben wird, oder ob der Händler aus rechtlichen Gründen nun doch einen Rückzieher machen musste.

von Gerhard Mauerer